AVL Focus - Ausgabe 2022 Sonderausgabe

THE AVL MOBILITY TREND MAGAZINE - Nr.1 2022

N O . 1 2 0 2 2

INNOVATIONEN FÜR SICHERE

UND INSPIRIERENDE

MOBILITÄTSLÖSUNGEN

4 DIe Treiber der Innovation

6 On-Demand-Funktionen im softwaredefinierten Fahrzeug

8 Die Kraft der Daten

10 Sicherheit und Cybersecurity von Anfang an

12 Ein Fahrplan für die Entwicklung

14 Weichen stellen für den Erfolg

18 Effizienz im realen Test

Inhalt

Herausgeber und Medieninhaber:

AVL List GmbH

Hans-List-Platz 1, 8020 Graz

Tel.: +43 316 787-0

www.avl.com

Verleger und Hersteller:

SCOOP & SPOON GmbH

Kirchberggase 10, 1070 Wien

Tel.: +43 1 523 4088 150

www.scoopandspoon.com

Die Mobilität ist einem starken Wandel unterworfen. Technologien wie Fahrerassistenzsysteme (ADAS) und

automatisierte Konzepte (AD) rücken immer mehr ins Zentrum und stellen uns vor einen Paradigmenwechsel

in puncto Entwicklung, Herstellung und Nutzung von Fahrzeugen. Auf uns kommen neue Herausforderungen,

aber auch Möglichkeiten in fast jedem Bereich zu. Aus gesellschaftlicher Sicht geht es dabei vor allem

um die Sicherheit im Straßenverkehr. Für den Endkunden stehen Komfort und Sicherheit im Fokus. OEMs,

Zulieferer und viele Start-ups wollen Innovationen monetarisieren und neue Geschäftsmodelle erschließen.

Das erfordert neue Ansätze in der Entwicklung, im Systemtesten sowie in der Validierung und Zertifizierung.

Die Zukunft ist zwar noch ein ungeschriebenes Blatt; dennoch sind bereits viele Einflüsse bekannt, die den

weiteren Weg bestimmen. Ob es nun die Anforderungen der Märkte, die regionale und internationale Gesetz-

gebung oder die treibende Kraft der Innovation selbst sind – die Branche fasst auf diesem neuen Gebiet

allmählich Fuß und gewinnt zusehends Vertrauen.

Bei AVL entwickeln wir schon seit einiger Zeit Lösungen für diese spannenden Herausforderungen. Wichtige

Eckpfeiler unseres Portfolios sind die Virtualisierung – die Verbindung der realen Welt mit einer simu lierten

Umgebung – gemeinsam mit der modellbasierten Systementwicklung (MBSE) sowie dem Testgelände mitsamt

realer Tests für die Entwicklung und Validierung von ADAS- und AD-Systemen. Mit den daraus resultierenden

datengetriebenen Systementwicklungslösungen kombinieren wir unser umfassendes Software-Know-how mit

unserer Applikationsexpertise. All dies sind entscheidende Elemente für die Entwicklung und die Herstellung

der nächsten Generation von sicheren, zuverlässigen und inspirierenden Mobilitätslösungen.

Indem wir unsere Vision, unseren Fokus auf Forschung und Entwicklung sowie neue Technologien miteinan-

der verbinden, so wie es in unserer ADAS/AD-Strategie bis 2025 festgelegt ist, können wir unsere Kunden

in dieser neuen und herausfordernden Ära der Mobilität auf einzigartige Weise unterstützen. Wir wissen,

was auf uns zukommt, und haben uns entsprechend strategisch ausgerichtet. Unser Know-how, unser

Portfolio an Werkzeugen und Lösungen sowie unser tiefes Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden

machen uns zum idealen Partner für anspruchsvolle Technologielösungen in der ADAS/AD-Systementwicklung.

MIT STRATEGIE IN DIE ZUKUNFT

A N D R E A C O N T I

Vice President

Business Field

ADAS/AD

G E O R G L I S T

Vice President

Corporate

Strategy

N O . 1 2 0 2 2 – S P E C I A L

DIE TREIBER

DER INNOVATION

In diesem neuen Zeit-

alter der Mobilität wird

der Wettbewerb am Markt

durch eine Vielzahl von

Faktoren vorangetrieben,

die allesamt Innovatio-

nen beschleunigen. Auch

die Innovation selbst spielt eine

Rolle, denn Konsumenten wollen

so früh wie möglich – idealerweise

als Erste – neue Technologien nut-

zen und fordern von OEMs, diese

Erwartungen auch zu erfüllen.

Einige Automobilhersteller wollen

bei der Einführung von Systemen

für automatisiertes Fahren (AD)

ganz vorne mit dabei sein. Doch wer

als Erster am Start ist, riskiert auch,

als Erster zu scheitern – das kann

dem Ruf einer Marke schaden. Wer

die Vorreiterrolle nicht überneh-

men will oder kann, muss stattdes-

sen anders, besser und/oder preis-

werter sein. Mit Updates, neuen

Funktionen und verschiedenen

Leistungsmerkmalen, die potenzi-

ell über das Mobilfunknetz verfüg-

bar gemacht werden, eröffnen sich

neue Geschäftsmodelle. Letztlich

beeinflussen jedoch die Gesetzge-

bung und die Wertschöpfung den

weiteren Weg.

DIE BASIS FÜR FORTSCHRITT

Trotz umfangreicher Tests in der

Simulation, auf dem Prüfstand, auf

dem Testgelände und auf der Straße

lässt sich nur schwer ganz sicher

sagen, wie sich ein AD-System in

allen möglichen Szenarien verhal-

ten wird. Letztendlich werden in

den meisten Ländern Normen, Ge-

setze oder Zertifizierungen darüber

entscheiden, was möglich ist und

was nicht.

Erst auf dieser Basis können OEMs

und Zulieferer tätig werden. Daraus

ergeben sich durchaus auch Anreize

für OEMs, neue Methoden für die

Entwicklung zu finden. Beispiels-

weise müssen Nutzfahrzeuge für

den automatisierten H2H-Trans-

port (Hub-to-Hub) bereits über

lange Strecken autonom fahren

können. Vielerorts ist eine ent-

sprechende Gesetz gebung jedoch

erst in Planung. Die geringere Ver-

kehrsdichte auf Auto bahnen und

die Gesetzgebung in einigen Bun-

desstaaten der USA ermöglicht be-

reits jetzt umfassende Tests von au-

tonomen Pilotflotten.

Internationale Normen und Ge-

setzgebungen wirken sich auch auf

die Entwicklung der Kommunika-

tion von Fahrzeug-zu-Fahrzeug

und Fahrzeug-zu-Infrastruktur

aus. Auch unterschiedliche Daten-

schutzgesetze und staatliche Vor-

gaben haben einen großen Einfluss

darauf, was in der EU, in Nord-

amerika, China und Südostasien

umgesetzt werden kann.

MEHRWERT SCHAFFEN

Wenn sich Marken von der Kon-

kurrenz abheben wollen, müs-

sen sie sich auf den Mehrwert und

die damit verbundene Umsatz-

generierung fokussieren. Für End-

kunden läuft dies auf On-Demand-

Funktionen, System-Upgrades und

neue Entertainments im Fahrzeug

hinaus. Andere – vor allem gewerb-

liche Betreiber im Nutzfahrzeugbe-

reich – setzen auf Technologien, die

sich positiv auf die Gesamtbetriebs-

kosten auswirken, z.B. Platooning

oder ADAS-Komfortfunktionen,

die neue Fahrer für schwer zu be-

setzende Stellen anziehen können.

Diese Fahrersubstitution ist das ul-

timative Ziel von AD im Nutzfahr-

zeugbereich, da sie Personalkosten

Innovation bringt eine

neue Automobillandschaft

hervor. Welche treibende

Kraft steckt dahinter?

N O . 1 2 0 2 2 – S P E C I A L

einspart und einen Betrieb rund um

die Uhr ermöglicht.

Der Mehrwert kann auch gesell-

schaftlicher Natur sein. Hochauto-

matisierte Personenbeförderungs-

fahrzeuge sind bereits in Pilotflotten

auf der ganzen Welt im Einsatz, und

auch andere Anwendungen wie Ha-

fenfahrzeuge, Müllwagen und land-

wirtschaftliche Maschinen werden

in großem Maßstab getestet.

Manche Neueinsteiger im Markt

setzen auf Innovation. Einige OEMs

richten ihr Hauptaugenmerk weit-

gehend auf die Sicherheit. Bei ande-

ren ist es wiederum die finanzielle

Attraktivität. Dank unserer langjäh-

rigen Branchenerfahrung, unseres

technologischen Know-hows und

unseres Verständnisses von Kun-

denbedürfnissen können wir her-

ausragende Entwicklungsleistungen,

anwendungsspezifisches Fachwis-

sen und intelligente Testsysteme ein-

bringen, um die richtige Balance für

jede Vision in diesem neuen Bereich

der Mobilität zu finden.

I N T E R V I E W

Stephan Tarnutzer

President AVL Mobility

Technologies Inc., USA

focus: Wie unterscheiden sich die

treibenden Kräfte des Marktes

und die Anforderungen im Bereich

ADAS/AD in den USA im Verglei-

ch zu anderen Märkten?

Tarnutzer: Im Gegensatz zu den recht-

lichen Faktoren in europäischen Re-

gionen, sind die wichtigsten Treiber in Nordamerika

Wettbewerb und Technologie. In Amerika versuchen

die Unternehmen, sich durch Technologieführerschaft,

durch Innovation und durch die Tatsache, der Erste am

Markt zu sein, zu differenzieren. Sie konzentrieren sich

eher darauf, welche Komfortfunktionen für die Endkun-

den wichtig sind, und weniger auf die Sicherheit, die in

Europa im Vordergrund steht.

focus: Welche Unternehmen treiben die Entwicklung

von ADAS/AD am stärksten voran und warum?

Tarnutzer: In erster Linie sind es Start-up-Unternehmen,

die neue AD-Technologien auf den Markt bringen und

dabei höhere Risiken eingehen. Die etablierten OEMs

folgen mit neuen ADAS-Funktionen wie dem High-

way Pilot.

focus: Welche Rolle spielen die Technologieunterneh-

men im Silicon Valley?

Tarnutzer: Die Entwicklung von Software wie etwa für

die Umgebungserkennung, künstliche Intelligenz, Cloud

Computing oder andere Dienste führt zu einem neuen

offensiven Mindset, um neue Anwendungsbereiche für

Fahrzeuge zu erschließen. Das beschleunigt auch die

Mobilitätsindustrie, da kürzere Entwicklungszyklen

und -intervalle sowie ein Denken „über den Tellerrand

hinaus“ ermöglicht werden. OEMs definieren sich selbst

neu und sprechen jetzt über softwaredefinierte Mobilität

(anstatt das Fahrzeug als mechanisches Produkt zu sehen).

Das Fahrzeug wird zunehmend durch Software definiert; nicht nur

im Entwicklungsprozess, wo Simulation und Datenmanagement unver-

zichtbar sind, sondern auch im Fahrzeug selbst. Jeder Sensor, jede Funk-

tion und fast jede physische Komponente wird durch Software überwacht

und gesteuert. Dies führt zu einem ganzen Software-Ökosystem im und

um das Fahrzeug, womit Herausforderungen für OEMs und Zulieferer

vorprogrammiert sind.

So wie beim physischen Fahrzeug die Hardwarekomponenten systemüber-

greifend konzipiert werden müssen, sind bei der Entwicklung der Soft-

ware- und E/E-Architektur eines Fahrzeugs ähnliche Aspekte zu berück-

sichtigen. Um Komplexität, Zeit und Kosten zu reduzieren, muss dies so

effizient wie möglich geschehen. Kommen Faktoren wie funktionale Si-

cherheit, SOTIF und Cybersecurity hinzu, gestaltet sich die Entwicklung

des Fahrzeugs gleich um einiges komplexer. Genau diese Komplexität be-

wältigen unsere Softwareexperten für unsere Kunden.

Der AVL-Ansatz

für Software und

Steuerung setzt

neue Maß stäbe für

eine noch efÏzien-

tere Entwicklung

MODULAR, SKALIERBAR, AGIL

UND WIEDERVERWENDBAR

Da im physischen Fahrzeug zuneh-

mend mehr Softwarefunktionen

einschließlich drahtloser Down-

loads und Upgrades installiert wer-

den, ist bei der Konzeption der ge-

samten Softwarearchitektur eine

ganzheitliche Sicht erforderlich.

Dafür verwenden wir unterschiedli-

che Bausteine, zu deren wichtigsten

eine modulare Softwarearchitektur

sowie eine integrierte Entwick-

lungs- und Testplattform zählen.

Diese unterstützen agile Entwick-

lungsprozesse, die den Standards

der Automobilindustrie entspre-

chen, und sie können miteinan-

der verlinkt werden, sodass bereits

entwickelte Softwarekomponenten

wiederverwendbar sind.

Der gesamte Softwareentwicklungs-

prozess ist durch AVL MAESTRA®

gestützt. Zusätzlich zur Komponen-

tenentwicklung bietet es stetige Inte-

gration und kontinuierlichen Betrieb

in verschiedenen Testumgebun-

gen. Nach dem Test der Software-

komponenten wird das Softwaresys-

tem in einem virtuellen Steuergerät

getestet. MAESTRA bietet dabei

eine nahtlose Verbindung zwischen

Modellierung und Simulation.

Dieser offene und flexible Ansatz

ermöglicht es uns, Lösungen auf die

Ziele unserer Kunden maßgeschnei-

ON-DEMAND-FUNKTIONEN

IM SOFTWAREDEFINIERTEN

FAHRZEUG

dert anzupassen. Gleichzeitig steigern wir die Effizienz, indem wir Funkti-

onen in einem einzigen Steuergerät statt in mehreren Geräten zusammen-

führen. Von der funktionalen Sicherheit bis hin zu E-Drive-Funktionen,

Datenanalyse und KI – unser Ansatz ist allumfassend und legt den Schwer-

punkt auf Sicherheit und Standards.

SIMULATION, FUNKTIONALE SICHERHEIT UND CYBERSECURITY

Auf diese Weise können wir ein Modell unserer Software erstellen und es in

der Simulations- oder XiL-Umgebung testen. Darüber hinaus berücksich-

tigen wir Cybersecurity, SOTIF und funktionale Sicherheit und empfehlen

bei Bedarf Redundanzen und Back-up-Systeme.

Wir achten besonders auf die Einhaltung sämtlicher Standards und ge-

währleisten die Konformität mit Automotive SPICE, den neuesten ISO-

und Automobil-Standards sowie OEM-Gruppen-Standards. Unabhängig

davon, ob wir direkt als Partner mit unseren Kunden zusammenarbeiten

oder ihnen einfach nur die Werkzeuge zur Verfügung stellen, mit denen sie

ihre Software- und Kontrollziele verwirklichen können – unsere Kunden

haben alle Voraussetzungen, um die höchsten Qualitäts-, Sicherheits- und

Securitystandards zu erfüllen.

focus: Können Sie uns etwas über

die Markttreiber im Bereich der

Softwareentwicklung erzählen?

Fuchs: Neben dem aktuellen Im-

pulsgeber – softwaredefinierte

Fahrzeuge – liegen die wichtigsten

Zukunftstrends in bedarfsorientier-

ten Funktionen.

focus: Vor welchen Herausforde-

rungen stehen Ihre Kunden?

Fuchs: Die größte Herausforderung

für alle unsere Kunden ist die Um-

stellung auf ein Softwareunterneh-

men. Das und fehlende Ressourcen

erschweren es, den Markt rechtzei-

tig zu bedienen.

focus: Was bietet AVL, um ihre Kun-

den bei der Bewältigung dieser He-

rausforderungen zu unterstützen?

Fuchs: AVL kann bei Prozessen un-

terstützen und zu Methoden bera-

tend zur Seite stehen. Wir verfügen

über Tools wie MAESTRA für die

Komponentenentwicklung sowie

stetige Integration und den kontinu-

ierlichen Betrieb, die auch für unsere

Kunden verfügbar sind. Außerdem

können wir die markenspezifisch-

en Lösungen des Kunden umsetzen.

I N T E R V I E W

Klaus Fuchs

Senior Product Manager

ADAS/AD, Software and

Controls

• Continuous integration to

large scale MiL environment

• Continuous software system tests

• Continuous build

• Continuous integration tests

• Continuous unit tests

• (Continuous) update integration space

MiL HiL Vehicle

Development space

Integration space

Output space

N O . 1 2 0 2 2 – S P E C I A L

DEPLOYMENT

INTEGRATION

COMPONENT

DEVELOPMENT

V-cycle

Execute virtual ECU

Run the application

in the simulation

environment

Monitor the behavior

Evaluate the results

Virtual integration

Automatically inte-

grate components to

a virtual software system

Deployment

Deploy the application

in the simulation

environment

Create virtual ECU

Compile software system incl.

necessary BSW functions

to an executable vECU

Modeling

Simulation

MAESTRA®

RELEASE

PLAN

Die AVL Lösung

MAESTRA bietet eine nahtlose Verbindung

zwischen Modellierung und Simulation

Ajunic®

Systeme zu verwerten. Durch lang-

jährige Entwicklung von Werkzeu-

gen, Systemen und Dienstleistungen

zur Handhabung und Verwaltung

umfangreicher Datenmengen ha-

ben wir uns zu einem verlässlichen

Partner etabliert, der die individu-

ellen Anforderungen unserer Kun-

den erfüllt.

MEHRWERT UND VERTRAUEN

SCHAFFEN

Daten sind für jeden Entwicklungs-

prozess unerlässlich. Diese werden

für wichtige Fahrsituationen wäh-

rend der Entwicklung und dem Tes-

ten von ADAS/AD-Systemen auf

der Straße und auf dem Testgelände

mit unserem AVL Dynamic Ground

Truth System™ gesammelt. An-

schließend werden diese während

der Entwicklungsphasen für die

kontinuierliche Verbesserung des

Systems verwendet. Auf diese Weise

können anhand der Daten realisti-

sche Fahrsituationen sowie auch

konkrete Szenarien erstellt werden

um die Funktionalität der ADAS/

AD-Systeme und deren Sicherheit

umfassend testen zu können.

Um das Bestmögliche aus den Daten

herauszuholen, müssen Testaktivitä-

ten so gestaltet sein, dass sie in kür-

zester Zeit und mit minimalem Auf-

wand die besten Ergebnisse liefern.

Die Herausforderung dabei liegt in

Die Kraft

der Daten

Unsere Datenmanagement-Lösungen

begleiten OEMs, Zulieferer und Start-ups

durch das aufregende neue Zeitalter

der Automobilentwicklung

DATA-DRIVEN DEVELOPMENT

Requirements

Engineering

Design

Optimization

Effective Testing

and Validation

Quality and

Maintenance

After Sales

Management

Predictive

Maintenance

S I M U L A T I O N A N D V A L I D A T I O N

CONCEPT

DEVELOPMENT

VALIDATION

PRODUCTION

AFTERSALES

WORKSHOP

IN-USE

AFTERSALES

Der datengestützte Entwicklungsansatz von AVL –

vom Konzept bis zur Nutzungsphase

Ob Simulation, Prüfstand, Test-

gelände, reale Testfahrten oder Be-

triebsphase – jeder Aspekt der Fahr-

zeugentwicklung ist mit riesigen

Datenmengen behaftet. Das Zeital-

ter der Mobilität rückt ADAS- und

AD-Technologien immer mehr in

den Vordergrund. Dies wiederum

führt zu einem höheren Grad an Au-

tomatisierung und zu zunehmend

komplexeren Systemen. Damit diese

sicher und korrekt funktionieren

können, ist es von entscheidender

Bedeutung, Daten während des ge-

samten Lebenszyklus zu generieren

und sie bestmöglich für die Weiter-

entwicklung und Absicherung der

N O . 1 2 0 2 2 – S P E C I A L

focus: Würden Sie bitte das Kun-

denprojekt beschreiben, an dem

Sie gerade arbeiten?

Teichtmeister: Wir stellen Rohdaten

und entsprechende Tags bereit, um

die Entwicklung von ADAS-Funk-

tionen zu unterstützen – das ist mit-

unter der wichtigste Aspekt. Wir lie-

fern die integrierte Messtechnik, die

globale Rohdatenerfassung sowie die

manuelle und automatische Kenn-

zeichnung der Daten. Zudem über-

nehmen wir die Datenlogistik von

der Straße bis zum Data Center, um

die Qualität und Integrität der Daten

zu gewährleisten. Der Kunde erhält

abschließend ein Datenmanagement-

Tool (AAP), mit dem er, auf Tags

oder Fahrzeug-Bus-Daten basierend,

nach relevanten Daten suchen kann.

focus: Welchen Mehrwert hat der

Kunde, wenn er mit AVL zusam-

menarbeitet?

Teichtmeister: Wir unterstützen den

Kunden beim Wechsel in die Labor-

umgebung, und zwar mit SiL-Va-

lidierung anstatt umfassender

Straßentests. Das kann viel Ent-

wicklungszeit und Kosten sparen.

I N T E R V I E W

Georg Teichtmeister

Chief Engineer for Service

Engineering AD, E/E,

Connectivity bei AVL

stehen für weitere Entwicklungsschritte zur Verfügung.

Durch den hohen Automatisierungsgrad aller Prozess-

schritte liefern wir unseren Kunden den größtmöglichen

Nutzen und verschaffen ihnen damit Vorteile in puncto

Zeit, Kosten und Qualität. AVL bietet Ihnen verlässliche

Lösungen aus einer Hand. Unsere Experten unterstützen

Sie von der Spezifikationsphase bis hin zur Durchführung

Ihres Projektes. Optionale Schulungen vor Ort ermögli-

chen Ihnen zusätzliche Flexibilität.

EINE WACHSENDE INDUSTRIE UNTERSTÜTZEN

ADAS- und AD-Lösungen sind mittlerweile integrativer

Teil von Entwicklungsprogrammen in der Automobilin-

dustrie. Die schnelle Entwicklung und die damit wech-

selnden Marktbedienungen stellen die Automobilindustrie

vor neue Herausforderungen. Fahrzeughersteller als auch

Zulieferer und Start-ups benötigen umfangreiche Tools,

Methoden und Expertenwissen, um ihre Produkte sicher

auf den Markt bringen zu können. AVL bietet flexible

Lösungen für unterschiedliche Kundengruppen und de-

ren unterschiedliche Problemstellungen an. Daher können

unsere Kunden gleichermaßen vom umfassenden Ange-

bot profitieren.

der Erfassung aller wesentlichen

Fahrsituationen und Umweltfakto-

ren, welche in realen Fahrsituationen

auftreten können. Dies erfordert in

der Regel eine immense Menge an

zu sammelnden Daten, d.h. tausende

gefahrene Kilometer und Petabyte

an Daten. Die Daten sollten dabei

so rasch und effektiv wie möglich

erfasst, gespeichert, weiterverarbei-

tet und analysiert werden können.

Bei derart großen Datenmengen

sind manuelle Arbeitsschritte nicht

mehr möglich, weshalb wir auto-

matisierte Prozesse einsetzen. Da-

mit können wir eine hohe Effektivi-

tät in der Entwicklung erzielen und

den größtmöglichen Nutzen aus Ih-

ren Daten ziehen.

Unser Geschäftsmodell „Data-as-a-

Service“ umfasst alle notwendigen

Aktivitäten – von der Spezifika-

tion bis zur Auslegung und Inbe-

triebnahme des Datenerfassungs-

systems, sowie dessen Betrieb. Von

dort aus identifizieren wir die beste

Fahrroute und führen die Datener-

fassung an dem Ort durch, der für

die Überprüfung sämtlicher ADAS/

AD-Funktionen ideal ist. Die wäh-

rend der Fahrt auf Loggersystemen

aufgezeichneten Daten werden an-

schließend zur weiteren Aufberei-

tung und Analyse an das Datencen-

ter übermittelt. Mittels der ADAS/

AD Big Data und Analytics Platt-

form von AVL werden die Daten

voll automatisiert verarbeitet und

Der Szenario-Viewer der Big Data

and Analytics Platform bietet eine

synchronisierte Ansicht von Video-,

Objekt-, Zeitserien- und Karten-

daten für eine klare visuelle Inter-

pretation der Testfahrt.

Das AVL Ground Truth System sammelt eine hochpräzise

Bezugnahme auf die Verkehrsumgebung.

Neue Fahrzeugtechnologien

bringen neue Schwachstellen und

Herausforderungen in Bezug auf Si-

cherheit und Cybersecurity mit sich,

was insbesondere auf ADAS, AD

und miteinander vernetzte Funkti-

onen zutrifft. Zum Teil ergeben sich

diese aus der Komplexität der Tech-

nologien. Umso wichtiger ist es, dass

sie einwandfrei funktionieren und

Fahrzeuginsassen sowie andere Ver-

kehrsteilnehmer im Falle einer Stö-

rung so lange mittels Redundanzen

und ausfallsicherer Systeme schüt-

zen, bis das Fahrzeug sicher zum

Stillstand gebracht werden kann.

Gerade beim Thema Cybersecurity müssen vernetzte Technologien Lö-

sungen für den Schutz des Fahrzeugs vor böswilligen Eingriffen liefern.

Darüber hinaus gilt es eine Reihe weiterer Bereiche abzudecken, etwa den

Schutz der Privatsphäre oder die Integrität sowie den sicheren Betrieb des

Fahrzeugs, der durch drahtlose Systemupdates oder Funktionsdownloads

nicht beeinträchtigt werden darf. Ebenso ist sicherzustellen, dass sowohl

innerhalb als auch außerhalb des Fahrzeugs keinerlei Konflikte mit wich-

tigen Fahrzeugsystemen auftreten.

Nur wenige Partner in der Branche verfügen über die Erfahrung von AVL

und ihr Leistungsangebot. Wir haben uns dank unserer Forschungs- und

Entwicklungsaktivitäten eine umfangreiche Expertise für die gesamte Fahr-

zeugentwicklung einschließlich zukünftiger Technologien aufgebaut. Daher

wissen wir genau, dass man auch jenen Aspekten Aufmerksamkeit schen-

ken muss, die man nicht voraussehen kann. Aus diesem Grund müssen

alle Systemdesignprozesse im Hinblick auf Sicherheit stabil genug sein, um

1 0

Sicherheit

und Cyber­

security von

Anfang an

Bei AVL sind Sicherheit, SOTIF und

Cybersecurity keine Randthemen,

sondern integrale Bestandteile

des Entwicklungsprozesses

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