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einspart und einen Betrieb rund um
die Uhr ermöglicht.
Der Mehrwert kann auch gesell-
schaftlicher Natur sein. Hochauto-
matisierte Personenbeförderungs-
fahrzeuge sind bereits in Pilotflotten
auf der ganzen Welt im Einsatz, und
auch andere Anwendungen wie Ha-
fenfahrzeuge, Müllwagen und land-
wirtschaftliche Maschinen werden
in großem Maßstab getestet.
Manche Neueinsteiger im Markt
setzen auf Innovation. Einige OEMs
richten ihr Hauptaugenmerk weit-
gehend auf die Sicherheit. Bei ande-
ren ist es wiederum die finanzielle
Attraktivität. Dank unserer langjäh-
rigen Branchenerfahrung, unseres
technologischen Know-hows und
unseres Verständnisses von Kun-
denbedürfnissen können wir her-
ausragende Entwicklungsleistungen,
anwendungsspezifisches Fachwis-
sen und intelligente Testsysteme ein-
bringen, um die richtige Balance für
jede Vision in diesem neuen Bereich
der Mobilität zu finden.
“
I N T E R V I E W
Stephan Tarnutzer
President AVL Mobility
Technologies Inc., USA
focus: Wie unterscheiden sich die
treibenden Kräfte des Marktes
und die Anforderungen im Bereich
ADAS/AD in den USA im Verglei-
ch zu anderen Märkten?
Tarnutzer: Im Gegensatz zu den recht-
lichen Faktoren in europäischen Re-
gionen, sind die wichtigsten Treiber in Nordamerika
Wettbewerb und Technologie. In Amerika versuchen
die Unternehmen, sich durch Technologieführerschaft,
durch Innovation und durch die Tatsache, der Erste am
Markt zu sein, zu differenzieren. Sie konzentrieren sich
eher darauf, welche Komfortfunktionen für die Endkun-
den wichtig sind, und weniger auf die Sicherheit, die in
Europa im Vordergrund steht.
focus: Welche Unternehmen treiben die Entwicklung
von ADAS/AD am stärksten voran und warum?
Tarnutzer: In erster Linie sind es Start-up-Unternehmen,
die neue AD-Technologien auf den Markt bringen und
dabei höhere Risiken eingehen. Die etablierten OEMs
folgen mit neuen ADAS-Funktionen wie dem High-
way Pilot.
focus: Welche Rolle spielen die Technologieunterneh-
men im Silicon Valley?
Tarnutzer: Die Entwicklung von Software wie etwa für
die Umgebungserkennung, künstliche Intelligenz, Cloud
Computing oder andere Dienste führt zu einem neuen
offensiven Mindset, um neue Anwendungsbereiche für
Fahrzeuge zu erschließen. Das beschleunigt auch die
Mobilitätsindustrie, da kürzere Entwicklungszyklen
und -intervalle sowie ein Denken „über den Tellerrand
hinaus“ ermöglicht werden. OEMs definieren sich selbst
neu und sprechen jetzt über softwaredefinierte Mobilität
(anstatt das Fahrzeug als mechanisches Produkt zu sehen).