DIE TREIBER
DER INNOVATION
In diesem neuen Zeit-
alter der Mobilität wird
der Wettbewerb am Markt
durch eine Vielzahl von
Faktoren vorangetrieben,
die allesamt Innovatio-
nen beschleunigen. Auch
die Innovation selbst spielt eine
Rolle, denn Konsumenten wollen
so früh wie möglich – idealerweise
als Erste – neue Technologien nut-
zen und fordern von OEMs, diese
Erwartungen auch zu erfüllen.
Einige Automobilhersteller wollen
bei der Einführung von Systemen
für automatisiertes Fahren (AD)
ganz vorne mit dabei sein. Doch wer
als Erster am Start ist, riskiert auch,
als Erster zu scheitern – das kann
dem Ruf einer Marke schaden. Wer
die Vorreiterrolle nicht überneh-
men will oder kann, muss stattdes-
sen anders, besser und/oder preis-
werter sein. Mit Updates, neuen
Funktionen und verschiedenen
Leistungsmerkmalen, die potenzi-
ell über das Mobilfunknetz verfüg-
bar gemacht werden, eröffnen sich
neue Geschäftsmodelle. Letztlich
beeinflussen jedoch die Gesetzge-
bung und die Wertschöpfung den
weiteren Weg.
DIE BASIS FÜR FORTSCHRITT
Trotz umfangreicher Tests in der
Simulation, auf dem Prüfstand, auf
dem Testgelände und auf der Straße
lässt sich nur schwer ganz sicher
sagen, wie sich ein AD-System in
allen möglichen Szenarien verhal-
ten wird. Letztendlich werden in
den meisten Ländern Normen, Ge-
setze oder Zertifizierungen darüber
entscheiden, was möglich ist und
was nicht.
Erst auf dieser Basis können OEMs
und Zulieferer tätig werden. Daraus
ergeben sich durchaus auch Anreize
für OEMs, neue Methoden für die
Entwicklung zu finden. Beispiels-
weise müssen Nutzfahrzeuge für
den automatisierten H2H-Trans-
port (Hub-to-Hub) bereits über
lange Strecken autonom fahren
können. Vielerorts ist eine ent-
sprechende Gesetz gebung jedoch
erst in Planung. Die geringere Ver-
kehrsdichte auf Auto bahnen und
die Gesetzgebung in einigen Bun-
desstaaten der USA ermöglicht be-
reits jetzt umfassende Tests von au-
tonomen Pilotflotten.
Internationale Normen und Ge-
setzgebungen wirken sich auch auf
die Entwicklung der Kommunika-
tion von Fahrzeug-zu-Fahrzeug
und Fahrzeug-zu-Infrastruktur
aus. Auch unterschiedliche Daten-
schutzgesetze und staatliche Vor-
gaben haben einen großen Einfluss
darauf, was in der EU, in Nord-
amerika, China und Südostasien
umgesetzt werden kann.
MEHRWERT SCHAFFEN
Wenn sich Marken von der Kon-
kurrenz abheben wollen, müs-
sen sie sich auf den Mehrwert und
die damit verbundene Umsatz-
generierung fokussieren. Für End-
kunden läuft dies auf On-Demand-
Funktionen, System-Upgrades und
neue Entertainments im Fahrzeug
hinaus. Andere – vor allem gewerb-
liche Betreiber im Nutzfahrzeugbe-
reich – setzen auf Technologien, die
sich positiv auf die Gesamtbetriebs-
kosten auswirken, z.B. Platooning
oder ADAS-Komfortfunktionen,
die neue Fahrer für schwer zu be-
setzende Stellen anziehen können.
Diese Fahrersubstitution ist das ul-
timative Ziel von AD im Nutzfahr-
zeugbereich, da sie Personalkosten
Innovation bringt eine
neue Automobillandschaft
hervor. Welche treibende
Kraft steckt dahinter?