AVL Focus - 75 Jahre Sonderausgabe

THE AVL MOBILITY TREND MAGAZINE - 2023

Next Generation

Vehicles

Wie sieht die Zukunft der Mobilität aus? Was können die

Autos von morgen? Wie werden sie angetrieben? Was

zeichnet sie aus? Fragen wie diese bestimmen die tägliche

Arbeit bei AVL. Die richtigen Antworten zu finden, gehört

zu den geschäftsfeldübergreifenden Kernkompetenzen

von AVL. Mit modernsten Mitteln der Virtualisierung,

umfassender Integrationskompetenz und funktionsbasierter

Systementwicklung unterstützen wir unsere Industriepartner bei

den Herausforderungen der nächsten Fahrzeuggeneration.

HOME OF INNOVATION

Neue Fahrzeugkonzepte, neue Herausforderungen

Das Rad der Automobilentwicklung dreht sich immer

schneller. Zeit- und Kosteneffizienz bestimmen zunehmend

den Alltag von Herstellern und Zulieferern. Neue Fahrzeug-

konzepte – ob batterieelektrisch oder wasserstoffbetrieben

– bringen zudem eine völlig neue Komplexität mit sich. Statt

einzelner Komponenten gewinnt die Systemebene an Bedeu-

tung. Früher ging es in vielen Projekten der AVL darum, einen

bestehenden Verbrennungsmotor in verschiedene Fahrzeug-

reihen oder -modellen einzubauen und hierfür Modifikationen

und Kalibrierungen vorzunehmen. Heute liegt der Fokus auf

dem Gesamtfahrzeug. Bei BEVs zum Beispiel bestimmt die

Batterie die Fahrzeuggröße, den Radstand und sogar den

Sitzkomfort, da man in der Regel direkt darüber sitzt. Das

Gesamtfahrzeug wird sozusagen um die Batterie herum ent-

wickelt.

Kundenerwartungen schneller erfüllen

Die nächste Fahrzeuggeneration wird mehr denn je von den

sich rasch wandelnden Erwartungen der Endkunden ge-

prägt sein. Vergleichbar mit einem Smartphone, soll das

vernetzte und softwarebasierte Auto der Zukunft stets mit

den neuesten Funktionen ausgestattet sein. Gleichzeitig wird

erwartet, dass neue Funktionen – beispielsweise aus dem

Bereich ADAS/AD – schneller verfügbar sind. Die Markteinfüh-

rungszeiten werden also deutlich kürzer. Und da die Kunden

nicht warten wollen, sind Lösungen gefragt, wie über den

Lebens­zyklus hinweg regelmäßig Updates und damit neue

­Funktionen in das Fahrzeug gebracht werden können.

Immer mehr virtuelle Fahrzeugentwicklung

Virtualisierung ist ein entscheidender Faktor, um die skizzier-

ten Herausforderungen zukünftiger Fahrzeuggenerationen

zu meistern. AVL zählt hier weltweit zu den Vorreitern. Mit

fortschrittlichen Simulationsmethoden gewährleisten wir

einen raschen Übergang von der komponenten- zur funktions-

orientierten Fahrzeugentwicklung. Anstelle einer kosten- und

zeitintensiven Verifikation und Validierung mit physischen

Hardware-Prototypen setzen wir auf komplexe Fahrzeug­

systemsimulationen. Damit lassen sich Konfigurationen

bereits in einer frühen Phase präzise festlegen. Wichtige Ent-

scheidungen können so nach vorne verlagert (Frontloading)

und der gesamte Entwicklungsprozess beschleunigt werden.

Virtuelle Zwillinge statt physischer Prototypen

Eine Schlüsselfunktion im Simulationsansatz von AVL über-

nehmen Virtuelle Zwillinge. Diese basieren auf den mathemati-

schen, physikalischen und chemischen Beziehungen zwischen

den verschiedenen Fahrzeugkomponenten. Sie gewähren

tiefgreifende Einblicke in das Verhalten und Zusammenspiel

der Komponenten und Systeme des Gesamtfahrzeugs – lange

bevor diese tatsächlich vorhanden sind. Der Virtuelle Zwilling

ist eine Erweiterung des in der Industrie weit verbreiteten

­Konzepts des Digitalen Zwillings, der nur bestimmte Aspekte

NEXT GENERATION VEHICLES

76 | 77