AVL Focus - 75 Jahre Sonderausgabe

THE AVL MOBILITY TREND MAGAZINE - 2023

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ENERGIE UND NACHHALTIGKEIT

Automobilhersteller streben Netto-Null-CO2 zwischen

2030 und 2040 an

Um die gesetzlichen Ziele zu erreichen, verbessert die Auto-

mobilindustrie gewöhnlich die Fahrzeugemissionen und die

Antriebsstrangtechnologie. Dieser Ansatz könnte sich mit der

Anwendung des Lebenszyklus-CO2e (CO2-Äquivalente) ändern.

Die Automobilzulieferer verpflichten sich zu CO2e-Zielen und

-Maßnahmen der Fahrzeughersteller. Dies geschieht früher,

als es die Gesetzgebung verlangt. Für 2025 wird die CO2e-

Kennzeichnung von Produkten verbindlich vorgeschrieben –

einschließlich der Berichterstattung über den CO2e-Wert auf

Produktebene und der Anwendung von Schwellenwerten für

den maximalen Fußabdruck. Langfristig werden die Hersteller

den Austausch von CO2e-Daten mittels Energiemessung und

verschlüsselter Datenübertragung verlangen.

Die erhöhten Anforderungen an die Berichterstattung werden

von CO2e-Reduktionsplänen und -Roadmaps für jede gelieferte

Komponente begleitet.

Trend 03

Trend 04

Anforderungen auf Herstellerseite

EU-Verordnung

2020

2025

2030

2035

2040

EU-Grenzsteuer für

­ausgewählte Rohstoffe

• Ziele für nachhaltige Ent-

wicklung der UN (Sustainable

Development Goals, SDGs)

• Reduktionsziele für Treibhaus-

gasemissionen (Science Based

Target Initiative, SBT)

• Berichterstattung auf Produkt­

ebene

• Einführung maximaler

Schwellenwerte für die

­Lebenszyklus-Bilanz

• Blockchain-verschlüsselte

Datenübertragung

• Umrechnung von Energie­

messwerten in CO2-Daten

Betrieb

H2

SynFuel

Rohmaterial

Fertigung

Energie­

gewinnung

Treibstoff

Fahren

Wiederverwendung &

Verwertung

Notwendigkeit einer detaillierten Bewertung des CO2-­

Fußabdrucks für alle Technologieoptionen und Schritte im

Lebenszyklus

Um den Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehrssektor zu

begrenzen, müssen wir uns mit allen Aspekten des Lebens­

zyklus befassen, einschließlich Produktion, Nutzung und

Recycling. Batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) haben im

Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen erhebliche Vorteile

bei den Treibhausgasemissionen während der Nutzungspha-

se. Das größte Verbesserungspotenzial für die CO2e-Reduktion

der Batterie liegt im Bereich der Rohstoffe und der Herstellung.

Aber auch andere Komponenten wie die elektrische Antriebs-

einheit (EDU) haben Nachhaltigkeitsaspekte, die zur CO2e-Re-

duktion im Lebenszyklus beitragen können. Eine fünfprozen-

tige Steigerung der EDU-Effizienz bei einem Basis-BEV kann

über eine Fahrstrecke von 250.000 Kilometern fast eine Tonne

CO2e einsparen. Ein künftiges bewährtes EDU-Konzept muss

einem nachhaltigen Design entsprechen, um den CO2e-Fußab-

druck zu reduzieren. Geeignete Methoden und Richtlinien sind

erforderlich für Design-to-Multi-Life-Cycle-Ansätze.

Grundlegende Verpflichtung

zur Nachhaltigkeit

CO2-Etikettierung wird Pflicht

bei Automobilherstellern

Hersteller verlangen Austausch

von Lebenszyklus-CO2-Daten

EU-weite CO2-Etikettierung

auf Produktebene

EU-weiter Datenaustausch

von CO2-Lebenszyklus-Daten

Produktion

Produktlebensende

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