AVL Focus - 75 Jahre Sonderausgabe

THE AVL MOBILITY TREND MAGAZINE - 2023

Die intensive Weiterentwicklung der Dieselmotoren-

technologie führte 1963 unter anderem zum Bau eines

18-Zylinder- Zweitakt-Dieselmotors mit 2 250 PS. Neben

der Motorenentwicklung startete AVL mit der Herstellung

von Motorentestgeräten und nahm die Serienproduktion

von Quarzdruckaufnehmern, gravimetrischen Kraftstoff-

verbrauchs-Messeinrichtungen, Rauchgasmessgeräten und

kompletten Motorindiziersystemen auf. 1966 trat Helmut List

in die AVL ein, zunächst als Leiter der Produktionsabteilung

für elektronische und feinmechanische Messgeräte. Im selben

Jahr wurden zwei weitere Motorenprüfstände gebaut, darunter

eine Anlage für akustische Untersuchungen. Diese hatte eine

für die Zeit revolutionäre Raumgestaltung mit einer reflexions-

armen Ausstattung von Wänden, Decke und Boden, die alle

externen Störungen ausschloss.

Da das Unternehmen bereits Erfahrung mit Messgeräten hatte

und eine gewisse AfÏnität zu medizinischen Geräten bestand,

begann AVL mit der Entwicklung neuartiger medizinischer

1960er-Jahre

Messgeräte. Forschungsergebnisse von Universitätsprofessor

Dr. Karl Harnoncourt auf dem Gebiet der Medizintechnik waren

hierbei von Bedeutung. Die Elektronik des ersten Modells

wurde zunächst von AVL mit dem Institut für Elektromedizin

an der Technischen Universität Graz entwickelt, doch schon

bald übernahm die AVL-Elektronikabteilung die gesamte Ent-

wicklung.

Im Jahr 1967 schloss Helmut List sein Maschinenbaustudium

an der Technischen Universität Graz als Diplomingenieur ab.

1968 übernahm der Sohn des AVL-Gründers neben seiner

Rolle als Produktionsleiter auch die Projektleitung für das

medizinische Messgerät Gas Check 935. Mit der Auslieferung

der ersten grünen Geräte an Kunden im Jahr 1969 setzte eine

intensive Entwicklungsphase ein, die kontinuierliche Produkt-

verbesserungen hervorbrachte. Zeitgleich wurde am Hauptsitz

der erste digitale Prüfstand installiert.

1962

Gründung AVL Test Systems, Inc.

1962 wurde in Plymouth, im US-Bundesstaat Michigan, die

AVL Test Systems, Inc. gegründet. Das Tochterunternehmen

ist seitdem erfolgreich gewachsen und agiert nach wie vor von

diesem Standort aus. Heute bietet es ein umfassendes Portfolio,

das von der Ausstattung kompletter Batterielabore bis hin zu

Komponenten tests und Lösungen für sämtliche E-Mobilitäts-

projekte reicht. Die ADAS-/AD-Lösungen des Unternehmens

sorgen für eine sichere, autonome mobile Zukunft.

Die Leistungen des österreichischen Arztes und Universitätsprofessors

Dr. Karl Harnoncourt beinhalten Blutgas-Analysatoren, die AVL in den

1960er-Jahren auf Grundlage seiner Forschungsergebnisse herstellte.

1951 wurde in Graz die heutige „Anstalt für Verbrennungs-

kraftmaschinen List“ (kurz AVL) formell gegründet. Unterstützt

durch Investitionsmittel aus dem Marshallplan entstand 1952

in der Kleiststraße 48 das zentrale Versuchsgelände mit eige-

nen Prüfständen und einer Werkstätte. Dadurch konnte AVL

weitere Aufträge zur Motorenentwicklung übernehmen, unter

anderem für die Jenbacher Werke, für Steyr-Daimler-Puch und

zahlreiche ausländische Unternehmen. Bis heute befinden

sich an diesem Standort die Konzernleitung sowie der Haupt-

sitz für zentrale Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten.

1950er-Jahre

1955 beschloss AVL, Motoren für Nutzfahrzeuge zu ent-

wickeln. Die Marktanalyse ermittelte einen Bedarf an

Diesel- Kleinlastwagen mit 800 bis 1 000 kg Nutzlast sowie

an leichten Geräteträgern für kleinere landwirtschaftliche

Betriebe. Bald darauf vereinbarte AVL mit der Stahlindustrie in

Rottenmann die Konstruktion und Fertigung von dieselbetrie-

benen Lieferwagen. 1958 stellte AVL die ersten direkt einsprit-

zenden Viertakt-Dieselmotoren für Lastkraftwagen vor, die mit

Drallkanälen ausgestattet waren. Diese ersetzten die Zweitakt-

motoren und Viertakt-Vorkammermotoren.

Erste Erweiterung der AVL im Jahr 1952

Nächste Erweiterung 1958

75 YEARS AND BEYOND

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