AVL Focus - Ausgabe 2023

THE AVL MOBILITY TREND MAGAZINE - Nr. 1 2023

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simulation

Mit ihrer Simulations- und Test-

software unterstützt die AVL ihre

Kunden während des gesamten Ent-

wicklungsprozesses. So liefern Simu-

lationslösungen insbesondere detail-

lierte Modelle und Einblicke in das

Verhalten und die Wechselwirkun-

gen von Komponenten, Systemen

und Gesamtfahrzeugen. Darüber

hinaus ermöglicht die Virtualisie-

rung Systemvalidierungstests in frü-

hen Entwicklungsphasen, was den

Kundenbedarf an Fahrzeugprototy-

pen erheblich reduziert und gleich-

zeitig Testbedingungen mit hoher

Wiederholgenauigkeit gewährleistet.

Eine der wichtigsten Datenquellen

für die Modellerstellung sind Fahr-

zeuge in Bewegung. Die große Men-

ge an Daten, die von immer kom-

plexeren Systemen erzeugt und

übertragen wird, kann bei korrek-

ter Auswertung von immenser Be-

deutung sein. Ingenieure verfolgen

daher einen systemischen Ansatz

bei der Entwicklung und betrachten

nicht mehr nur die einzelnen Kom-

ponenten. Dies erfordert sowohl das

nötige Wissen als auch die Werkzeu-

ge, um disziplinübergreifend zu ar-

beiten. Im besten Fall werden die

reale und die virtuelle Welt mitei-

nander verbunden, ein Ansatz, der

von der globalen Geschäftseinheit

Integrated and Open Development

Platform (IODP) von AVL unter-

stützt wird. So müssen zum Beispiel

nicht alle Komponenten eines An-

triebsstrangs mit dem Motor ver-

bunden sein, um getestet zu werden.

„Man kann einen echten Motor auf

den Prüfstand stellen und dann ver-

schiedene Batterie-, E-Motoren- und

Fahrzeugmodelle simulieren, um

deren Verhalten zu testen“, erklärt

Wolfgang Puntigam, Global Busi-

ness Unit Manager, IODP.

Das Herzstück der IODP ist die

sogenannte „Connected Software“.

Die Simulation unterstützt die Ver-

knüpfung einzelner Komponenten

eines Fahrzeugs mit realen Umge-

bungsbedingungen. „Offen“ be-

deutet, dass nicht alles zwangsläu-

fig von AVL entwickelt wird. „Wir

analysieren den Status quo, definie-

ren Entwicklungsaufgaben und vir-

tualisieren sie gemeinsam mit unse-

ren Kunden“, erklärt Puntigam. In

dieser hybriden Welt ist sein Credo

glasklar: Da sich die Industrie auf

ein softwaredefiniertes Ökosystem

zubewegt, „werden wir weiterhin unsere bestehenden globalen Softwarekräf-

te mit unserem Anwendungs-Know-how im Automobilbereich kombinie-

ren, um unsere Kunden bei diesem Wandel bestmöglich zu unterstützen.“

EIN ZWILLING, DER DAS ORIGINAL ÜBERTRIFFT

Der Einsatz von Simulationen zur Reduzierung des hohen Testaufwands

und der Kosten ist ein allgemeiner Trend in der Branche. Mit der zuneh-

menden E-Mobilität kommen neue Autohersteller auf den Markt, die ihre

Modelle in weniger als 18 Monaten zur Marktreife bringen wollen. In der

Vergangenheit wäre diese Anforderung eine Illusion gewesen. Der Schlüs-

sel zur Beschleunigung der komplexen Fahrzeugentwicklung ist daher die

Virtualisierung. Aufgrund der hohen Qualität des virtuellen Zwillings er-

kennen immer mehr Ingenieure das Potenzial, in der Entwicklung zeit- und

kostenintensive Tests physischer Prototypen zu ersetzen. Dabei wird eine

einzelne Zelle, ein Bauteil, das gesamte System und/oder ein Fahrzeug di-

gital reproduziert, so dass es mit allen anderen Objekten im System, mit

der Software und den Steuerfunktionen und vor allem mit seiner Umge-

bung interagieren kann. Hier bietet AVL eine zentralisierte Methodik mit

einem vollständig integrierten und automatisierten Workflow. Und genau

da kommen Roland Wanker und seine 500 Mitarbeiter der Advanced Si-

mulation Technologies von AVL ins Spiel. „Früher waren wir die Nerds,

deren Aufgabe es war, den Entwicklungsprozess zu unterstützen“, erzählt

Wanker mit gewissem Stolz. „Jetzt sind wir an vorderster Front dabei.“