Sie alle drei sind auf unterschiedliche Weise mit AVL in
Kontakt gekommen. Aber was hat Sie dazu bewogen, in das
Unternehmen einzusteigen?
Manvel: Ich habe für Chrysler gearbeitet, als ich in Graz war,
und wurde schließlich Helmut List vorgestellt. Ich habe sowohl
ihn als auch AVL kennengelernt – sehr auf den Menschen aus-
gerichtet und immer auf dem neuesten Stand der Technik.
Strelow: Ich hatte sehr positive Rückmeldungen gehört. Es
war nicht nur ein toller Arbeitgeber; die Produkte waren gut
und auch der moralische Kompass stimmte.
Tarnutzer: Genau. Bei mir war es die Gelegenheit, für ein Haus
zu arbeiten, das Menschen wertschätzt – ich finde übrigens,
das machen wir richtig gut – und, wie Don schon sagte, für ein
Unternehmen, das die Zukunft der Mobilität vorantreiben will
und zugleich die Menschen achtet, die das möglich machen.
Was denken Sie: Welche Position hatte AVL in der Branche
inne – oder welchen Mehrwert hat AVL der Automobil
industrie gebracht?
Manvel: Ich bin jetzt über 20 Jahre im Unternehmen. AVL war
damals neu auf dem amerikanischen Markt, insbesondere der
Engineering-Bereich. Ich war der Meinung, dass die Fahrzeug-
hersteller in den USA (die ganz besonders) unsere fortschritt-
liche Technologie gut gebrauchen könnten.
Strelow: Als ich anfing, lag der Fokus von AVL nach wie vor
auf Landfahrzeugen. Ich liebe ja die Autoindustrie – mein
Vater war Kfz-Mechaniker, ich bin mit Autos aufgewachsen.
Und ich sah ein klares Potenzial, Autos noch effizienter und
sauberer zu machen, und genau zu dieser Zeit setzte gerade
der Trend zu Elektrofahrzeugen ein.
Das war in den frühen 2010ern … und dann startete die
Elektrifizierung so richtig durch. Hätten Sie gedacht, dass
das so schnell gehen würde?
Tarnutzer: Die Elektrifizierung trat schneller auf den Plan,
als ich es mir je in den USA hätte vorstellen können. Als ich
dazukam, lag der Schwerpunkt noch auf dem traditionellen
Verbrennungsmotor, aber es war klar für AVL und die Zukunft
der Mobilität, dass wir nun über mehr nachdenken müssen als
nur über den Antriebsstrang im Fahrzeug.
Manvel: Das Tempo, mit dem die Branche die Richtung ge-
ändert hat, hat mich wirklich überrascht.
Strelow: Und schon in den ersten drei Jahren nach meinem
Eintritt bei AVL begann man, Gespräche mit Start-ups zu füh-
ren, und es kamen immer mehr Neugründungen dazu, gerade
im Elektro-Bereich … aber nicht nur, es gab auch Diskussionen
rund um die Brennstoffzelle. Früher hatte ich gedacht, ich wür-
de vielleicht noch so zwei, drei neue Autofirmen für den Rest
meiner Karriere erleben. Und dann mussten wir lachen, weil
allein wir schon mit FÜNF Stück zu tun hatten, glaube ich.
Wie geht das in Zukunft weiter? Wo kann AVL dabei im
nächsten Jahrzehnt punkten?
Manvel: Ich denke, die Elektrifizierung wird die nächste
Generation Software-definierter Fahrzeuge prägen. Wir haben
die Leute und die Expertise, um weiterhin Branchenführer zu
bleiben und die Grenzen für die Zukunft der Mobilität weiter
nach oben zu verschieben.
Interview mit Don Manvel, Vorsitzender
der Geschäftsführung, AVL Amerika,
Joe Strelow, Präsident, AVL Test
Systems, Inc. und Stephan Tarnutzer,
Präsident, AVL Mobility Technologies, Inc.
AVL Nordamerika über
den raschen Wandel
zur Elektrifizierung
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