AVL Focus - 75 Jahre Sonderausgabe

THE AVL MOBILITY TREND MAGAZINE - 2023

Sie alle drei sind auf unterschiedliche Weise mit AVL in

Kontakt gekommen. Aber was hat Sie dazu bewogen, in das

Unternehmen einzusteigen?

Manvel: Ich habe für Chrysler gearbeitet, als ich in Graz war,

und wurde schließlich Helmut List vorgestellt. Ich habe sowohl

ihn als auch AVL kennengelernt – sehr auf den Menschen aus-

gerichtet und immer auf dem neuesten Stand der Technik.

Strelow: Ich hatte sehr positive Rückmeldungen gehört. Es

war nicht nur ein toller Arbeitgeber; die Produkte waren gut

und auch der moralische Kompass stimmte.

Tarnutzer: Genau. Bei mir war es die Gelegenheit, für ein Haus

zu arbeiten, das Menschen wertschätzt – ich finde übrigens,

das machen wir richtig gut – und, wie Don schon sagte, für ein

Unternehmen, das die Zukunft der Mobilität vorantreiben will

und zugleich die Menschen achtet, die das möglich machen.

Was denken Sie: Welche Position hatte AVL in der Branche

inne – oder welchen Mehrwert hat AVL der Automobil­

industrie gebracht?

Manvel: Ich bin jetzt über 20 Jahre im Unternehmen. AVL war

damals neu auf dem amerikanischen Markt, insbesondere der

Engineering-Bereich. Ich war der Meinung, dass die Fahrzeug-

hersteller in den USA (die ganz besonders) unsere fortschritt-

liche Technologie gut gebrauchen könnten.

Strelow: Als ich anfing, lag der Fokus von AVL nach wie vor

auf Landfahrzeugen. Ich liebe ja die Autoindustrie – mein

Vater war Kfz-Mechaniker, ich bin mit Autos aufgewachsen.

Und ich sah ein klares Potenzial, Autos noch effizienter und

sauberer zu machen, und genau zu dieser Zeit setzte gerade

der Trend zu Elektrofahrzeugen ein.

Das war in den frühen 2010ern … und dann startete die

­Elektrifizierung so richtig durch. Hätten Sie gedacht, dass

das so schnell gehen würde?

Tarnutzer: Die Elektrifizierung trat schneller auf den Plan,

als ich es mir je in den USA hätte vorstellen können. Als ich

dazukam, lag der Schwerpunkt noch auf dem traditionellen

Verbrennungsmotor, aber es war klar für AVL und die Zukunft

der Mobilität, dass wir nun über mehr nachdenken müssen als

nur über den Antriebsstrang im Fahrzeug.

Manvel: Das Tempo, mit dem die Branche die Richtung ge-

ändert hat, hat mich wirklich überrascht.

Strelow: Und schon in den ersten drei Jahren nach meinem

Eintritt bei AVL begann man, Gespräche mit Start-ups zu füh-

ren, und es kamen immer mehr Neugründungen dazu, gerade

im Elektro-Bereich … aber nicht nur, es gab auch Diskussionen

rund um die Brennstoffzelle. Früher hatte ich gedacht, ich wür-

de vielleicht noch so zwei, drei neue Autofirmen für den Rest

meiner Karriere erleben. Und dann mussten wir lachen, weil

allein wir schon mit FÜNF Stück zu tun hatten, glaube ich.

Wie geht das in Zukunft weiter? Wo kann AVL dabei im

nächsten Jahrzehnt punkten?

Manvel: Ich denke, die Elektrifizierung wird die nächste

Generation Software-definierter Fahrzeuge prägen. Wir haben

die Leute und die Expertise, um weiterhin Branchenführer zu

bleiben und die Grenzen für die Zukunft der Mobilität weiter

nach oben zu verschieben.

Interview mit Don Manvel, Vorsitzender

der Geschäftsführung, AVL Amerika,

Joe Strelow, Präsident, AVL Test

­Systems, Inc. und Stephan Tarnutzer,

Präsident, AVL Mobility Technologies, Inc.

AVL Nordamerika über

den raschen Wandel

zur Elektrifizierung

HOME OF INNOVATION

GLOBAL FOOTPRINT NORDAMERIKA

96 | 97