1951 wurde in Graz die heutige „Anstalt für Verbrennungs-
kraftmaschinen List“ (kurz AVL) formell gegründet. Unterstützt
durch Investitionsmittel aus dem Marshallplan entstand 1952
in der Kleiststraße 48 das zentrale Versuchsgelände mit eige-
nen Prüfständen und einer Werkstätte. Dadurch konnte AVL
weitere Aufträge zur Motorenentwicklung übernehmen, unter
anderem für die Jenbacher Werke, für Steyr-Daimler-Puch und
zahlreiche ausländische Unternehmen. Bis heute befinden
sich an diesem Standort die Konzernleitung sowie der Haupt-
sitz für zentrale Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten.
1950er-Jahre
1955 beschloss AVL, Motoren für Nutzfahrzeuge zu ent-
wickeln. Die Marktanalyse ermittelte einen Bedarf an
Diesel-Kleinlastwagen mit 800 bis 1 000 kg Nutzlast sowie
an leichten Geräteträgern für kleinere landwirtschaftliche
Betriebe. Bald darauf vereinbarte AVL mit der Stahlindustrie in
Rottenmann die Konstruktion und Fertigung von dieselbetrie-
benen Lieferwagen. 1958 stellte AVL die ersten direkt einsprit-
zenden Viertakt-Dieselmotoren für Lastkraftwagen vor, die mit
Drallkanälen ausgestattet waren. Diese ersetzten die Zweitakt-
motoren und Viertakt-Vorkammermotoren.
Erste Erweiterung der AVL im Jahr 1952
Nächste Erweiterung 1958
75 YEARS AND BEYOND
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