AVL Focus - 75 Jahre Sonderausgabe

THE AVL MOBILITY TREND MAGAZINE - 2023

Brunner: Als sich vor einigen Wochen der österreichische

Bundeskanzler Nehammer mit uns zu Energie und Mobilität

der Zukunft unterhielt, hat Prof. List über 20 Jahre Investition

in Brennstoffzelle, Wasserstoff und Elektrolyse berichtet.

Dabei war bei allen Dialogbeteiligten große Bewunderung und

bei allen Anwesenden von AVL viel Stolz zu spüren – über die

Weitsicht und Konsequenz, die Technologie voranzutreiben.

Diese Entschlossenheit, Technologie bis an die Grenzen der

Physik zu führen, und der damit verbundene Pioniergeist sind

im gesamten Unternehmen zu spüren und treiben mich per-

sönlich seit 19 Jahren bei AVL an.

Die Mobilität verändert sich. Wo sehen Sie die größte Her-

ausforderung für den Engineering-Sektor? Wo kann die AVL

künftig ihre Stärken ausspielen?

Grebe: Die Gesellschaft und die Mobilitätssysteme ändern

sich weltweit. Wir befinden uns mitten in einer Transformation,

die weit über die Antriebssysteme hinausgeht. Nachhaltig-

keit hinsichtlich der verwendeten Energie und der Materialien

sowie die digitale Vernetzung geben Richtungen für die Tech-

nologien vor. Die Ausweitung der für uns relevanten Märkte

bestimmt dabei unsere Möglichkeiten. Unsere Stärken sind

das technische Verständnis der Systeme und deren Interaktion

sowie unsere innovativen Problemlösungen. Dies hilft uns, in

Gebiete wie das Gesamtfahrzeug, Fahrerunterstützungssyste-

me und die multimodalen Mobilitätssysteme vorzustoßen.

Brunner: Die größte Herausforderung ist es, die Technologie-

offenheit in der vollen Breite zu bewältigen und darüber hinaus

unsere Non-Automotive-Aktivitäten im Energiesektor als

starkes Standbein für die Zukunft weiter auszubauen. Unsere

signifikanten Investitionen in Forschung und Entwicklung

konzentrieren sich auf diese Bereiche. Daher sind wir sehr gut

auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet. Die Branche als

solche steht vor der Herausforderung, eine wesentlich größere

Menge technischer Daten zu Informationen aufzubereiten.

Damit schaffen wir Multiplikatoren und Lösungen über den

Standard hinaus.

Tuschen: Um den technologischen Wandel durch Dekarboni-

sierung, Automatisierung und Digitalisierung sowie die damit

verbundenen Ungewissheiten zu bewältigen, müssen alle

Marktteilnehmer ihre Strategien anpassen. Dabei gilt es, Tech-

nologieoffenheit zu forcieren und Unternehmergeist zu intensi-

vieren, damit wir innovative Technologien skalieren und unsere

Stärken in die Realität umsetzen können. Es ist entscheidend,

flexibel zu bleiben, Synergien zu nutzen und neue Geschäfts-

felder zu erschließen. Meine Vision: AVL als Benchmark für

Engagement, Synergieeffekte und Flexibilität!

Interview mit

Gustav Tuschen

Mario Brunner

Dr. Uwe Dieter Grebe

SONDERAUSGABE