utonome Fahrzeuge, alternative Antriebe, Software-
zentrierte Applikationen – die Automobilbranche ist
eine große Spielwiese für Kreative. Aber so kinderleicht
ist die Sache auch wieder nicht. Die Entwicklung alternativer
Antriebsstränge erfordert kostspielige virtuelle Simulationen
oder komplexe Hardware. KI- und Digitallösungen von auto-
nomen Fahrzeugen gehen mit hohen Rechenleistungen und
riesigen Datenmengen einher. Das ist für kleine oder anders
spezialisierte Unternehmen schlichtweg zu teuer.
Einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der zahlreichen
Herausforderungen können Unternehmenspartnerschaften
leisten, bei denen man sich Ressourcen und Testeinrichtungen
teilt und gemeinsam nach Marktanwendungen für Innova-
tionen sucht. Um das volle Potenzial der Co-Creation auszu-
schöpfen, hat AVL deshalb bereits 2017 Creators Expedition
ins Leben gerufen. Hier kommen Expert:innen und Geschäfts-
abteilungen von AVL mit innovativen Partnern aus den
Bereichen Elektromobilität und alternative Kraftstoffe, auto-
matisierte und vernetzte Mobilität, KI und Big Data zusammen.
Ziel ist es, gemeinsam Pionierarbeit bei der Entwicklung von
Innovationen zu leisten. Dabei bedarf es zunächst einer klaren
gemeinsamen Vision und klarer Ziele, damit alle auf dersel-
ben Seite stehen und einen deutlichen Nutzen für sich sehen.
Dann können wir gemeinsam auf „Expedition“ gehen und neue
Kunden und Märkte ansprechen.
Unsere Antwort:
Creators Expedition
Ziel: Erhebliche Reduzierung der Entwicklungszeiten und -budgets für frühe
Design- und Simulationsvarianten sowie geringeres Projektrisiko aufgrund
der größeren Varianz möglicher Designvarianten
Lösung: 3-D-Deep-Learning-Ansatz zur Umgehung klassischer FE-
Simulationsschleifen in frühen Entwicklungsphasen
„Konventionelle Ansätze erfordern, dass während des gesamten Ent-
wicklungsprozesses mehrere Dutzend FEM-Simulationen für verschiedene
Designvarianten von Bauteilen durchlaufen werden. Das ist sehr ressourcen-
und zeitaufwändig und mit immer kürzeren Entwicklungszyklen nur schwer
vereinbar. Mit unserer Technologie ist eine effiziente Optimierung bereits in
einem frühen Stadium möglich, was eine hohe Performance und die Reduk-
tion von teuren Fehlern, die später auftreten, garantiert. Für den gewählten
Anwendungsfall hat das Proof-of-Concept-Projekt mit AVL deutlich gezeigt,
dass unser Deep-Learning-Ansatz auch bei relativ geringem Trainingsauf-
wand für die Modelle eine massive Zeitersparnis bringt. Gleichzeitig wurden
die Erwartungen an die Präzision der Ergebnisse deutlich übertroffen, so-
dass wir auf diesen vielversprechenden Ergebnissen in der Zusammenarbeit
mit AVL nun auch in anderen Bereichen aufbauen können.“
Kosmas Kritikos, Kaufmännischer Leiter, Neural Concept
AVL und Neural Concept
KI als Turbo-Booster für Design,
Simulation und Prototyping
1. Co-Creation mit Start-ups
Infrage kommen dabei für uns in erster Linie Early-Stage-Com-
panys, die über ein starkes Team, ein lebensfähiges Produkt
und etwas Erfahrung verfügen. Durch unser Know-how und
unsere Ressourcen geben wir ihnen die Möglichkeit, sich ganz
auf die Entwicklung ihres Produkts zu konzentrieren. Ist die
neue Technologie ausgereift, der Markt aber noch nicht bereit,
helfen wir zudem dabei, unmittelbarere Anwendungen zu
finden.
SONDERAUSGABE