Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner eingebunden sind.
Im Mittelpunkt unseres Auftrags steht die Bewältigung der He-
rausforderungen der Industrie. Der Schwerpunkt liegt dabei auf
der Nachhaltigkeit – von der CO2-Reduzierung bis zur Förde-
rung einer Kreislaufwirtschaft. Mit dem ICD wollen wir unsere
Rolle als Vorreiter der Branche festigen und uns für nachhalti-
ges Handeln und innovative Zusammenarbeit einsetzen.
Teil des ICD ist ein neues Battery Engineering Center, das
im September 2023 eröffnet wurde. Welche Ziele sind damit
verbunden?
Kernziel ist es, Innovationen weiter zu beschleunigen, indem
wir Produktentwicklung, digitale Modellierung und Simulation,
automatisierte Materialanwendung und Tests von Batteriesys-
temen in Originalgröße nahtlos integrieren – alles unter einem
Dach. Dadurch können wir die Entwicklungszyklen erheb-
lich verkürzen und die Markteinführung beschleunigen, was
wiederum den Übergang zur Elektromobilität entscheidend
beschleunigt.
Was tun Sie, um die Zusammenarbeit zwischen Forschenden,
Ingenieur:innen und anderen Akteuren im Battery Engineering
Center zu fördern?
Erstens pflegen wir eine starke Partnerschaft mit unseren
Kunden durch eine enge Zusammenarbeit: Wir setzen unsere
Resident Engineers direkt in den Design- und Entwicklungszen-
tren unserer Kunden ein, sodass sie die Herausforderungen der
Kunden aus erster Hand kennenlernen und diese mit Lösungen
von Henkel angehen können. Wir verstärken diese Zusammen-
arbeit noch, indem wir die Design- und Ingenieurteams unserer
Kunden einladen, das Battery Engineering Center zu besuchen
und sogar für Tage oder Wochen zu bleiben. So können sie
Lösungen testen und validieren, aber auch an Prototypen und
Batterien der nächsten Generation arbeiten. Darüber hinaus
beauftragen wir unsere Rohstofflieferanten, mit uns in unseren
Labors zu arbeiten und gemeinsam mit unseren Chemiker:in-
nen Lösungen zu entwickeln. Und schließlich gibt es noch
eine dritte Gruppe von Expert:innen, mit denen wir zusammen-
arbeiten: Dienstleister, die zum Beispiel ausrüstungsbezogene
oder technische Services anbieten. Wichtig ist, dass unser
Battery Engineering Center in Düsseldorf nur das erste in einem
Netzwerk von globalen Battery Engineering Centern ist, die wir
derzeit weltweit aufbauen – das verschafft uns einen enormen
Vorteil in dieser global vernetzten Branche.
Welche Rolle spielt die Simulation im Battery Engineering
Center?
Modellierung und Simulation helfen uns dabei, unseren
Innovationsprozess zu beschleunigen und maßgeschneiderte
Lösungen für unsere Kunden in einer noch nie dagewesenen
Geschwindigkeit zu liefern. Indem wir zum Beispiel eine digitale
Zwillingsbatterie eines beliebigen Batteriesystems erstellen,
können wir unsere Materiallösungen virtuell testen und anpas-
sen, bevor wir sie im Haus auf die realen Batterien anwenden.
Diese Lösungen werden dann verschiedenen Stresstests unter-
zogen, um zu überprüfen, ob sie wie erwartet funktionieren.
Mit diesem gestrafften Ansatz sind wir in der Lage, validierte
Lösungen schneller als je zuvor auf den Markt zu bringen und
so unseren Kunden zu helfen, ihre Entwicklungszyklen erheb-
lich zu verkürzen.
Wie bereichert AVL dieses Projekt?
Wir haben AVL als Partner ausgewählt, weil das Unternehmen
als weltweit führender Anbieter von Prüf- und Analyselösun-
gen für die Automobilindustrie, insbesondere im Bereich der
Elektromobilität, einen guten Ruf genießt und unsere Kunden
diesem Unternehmen vertrauen. Die Philosophie dahinter ist
es, das Fachwissen des Weltmarktführers in den Bereichen
Simulation, Modellierung und Prüfung mit der Kompetenz des
weltweit führenden Herstellers von Klebstoffen, Dichtstoffen,
Funktionsbeschichtungen sowie thermischen und elektrischen
Materialien zu kombinieren. Auf diese Weise wollen wir erheb-
liche Synergien freisetzen und einen Mehrwert für unsere Kun-
den schaffen. Zusammen können wir unser gemeinsames Ziel
einer führenden grünen Mobilität verwirklichen und gleichzeitig
unsere Führungspositionen weiter ausbauen.
Wie trägt Henkel Ihrer Meinung nach zu einer nachhaltigeren
Mobilität weltweit bei?
Henkel wird sicher der erste Klebstoffhersteller der Welt sein,
der echte Kohlenstoffneutralität gemäß den neuesten Stan-
dards erreicht. Bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge helfen
wir nicht nur, den globalen Kohlenstoff-Fußabdruck zu redu-
zieren, sondern unterstützen mit unseren Produkten auch den
Kreislaufgedanken bei der Nutzung und Wiederverwendung
von Batterien.
Ein Gedanke zum Schluss: Wie würden Sie persönlich die
perfekte Mobilität der Zukunft beschreiben?
Ich wünsche mir in erster Linie absolute Sicherheit im Straßen-
verkehr – das heißt keine Unfälle. Zweitens stelle ich mir eine
Welt vor, in der die Mobilität einen positiven Beitrag zur globa-
len CO2-Bilanz leistet. Und schließlich sehe ich, dass Fahrzeuge
nahtlos in unser tägliches Leben integriert werden und unsere
Lebensqualität insgesamt erhöhen. Ich hoffe, dass unsere Kin-
der und Kindeskinder in den Genuss einer sichereren und nach-
haltigeren Mobilität kommen, die auch noch Spaß macht.
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Seit mehr als 100 Jahren für die Automobilindustrie tätig
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Derzeit über 10 000 Applikationen für die Automobilindustrie
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Von den 150 Autos, die weltweit pro Minute entstehen, besitzen 140
mindestens eine Henkel-Anwendung
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Weltmarktführer bei Klebstoffen, Funktionsbeschichtungen sowie
thermischen und elektronischen Materialien für BEVs
Henkel und die Automobilindustrie
Interview mit
George Kazantzis
SONDERAUSGABE