AVL Focus - 75 Jahre Sonderausgabe

THE AVL MOBILITY TREND MAGAZINE - 2023

Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner eingebunden sind.

Im Mittelpunkt unseres Auftrags steht die Bewältigung der He-

rausforderungen der Industrie. Der Schwerpunkt liegt dabei auf

der Nachhaltigkeit – von der CO2-Reduzierung bis zur Förde-

rung einer Kreislaufwirtschaft. Mit dem ICD wollen wir unsere

Rolle als Vorreiter der Branche festigen und uns für nachhalti-

ges Handeln und innovative Zusammenarbeit einsetzen.

Teil des ICD ist ein neues Battery Engineering Center, das

im September 2023 eröffnet wurde. Welche Ziele sind damit

verbunden?

Kernziel ist es, Innovationen weiter zu beschleunigen, indem

wir Produktentwicklung, digitale Modellierung und Simulation,

automatisierte Materialanwendung und Tests von Batteriesys-

temen in Originalgröße nahtlos integrieren – alles unter einem

Dach. Dadurch können wir die Entwicklungszyklen erheb-

lich verkürzen und die Markteinführung beschleunigen, was

wiederum den Übergang zur Elektromobilität entscheidend

beschleunigt.

Was tun Sie, um die Zusammenarbeit zwischen ­Forschenden,

Ingenieur:innen und anderen Akteuren im Battery Engineering

Center zu fördern?

Erstens pflegen wir eine starke Partnerschaft mit unseren

Kunden durch eine enge Zusammenarbeit: Wir setzen unsere

Resident Engineers direkt in den Design- und Entwicklungszen-

tren unserer Kunden ein, sodass sie die Herausforderungen der

Kunden aus erster Hand kennenlernen und diese mit Lösungen

von Henkel angehen können. Wir verstärken diese Zusammen-

arbeit noch, indem wir die Design- und Ingenieurteams unserer

Kunden einladen, das Battery Engineering Center zu besuchen

und sogar für Tage oder Wochen zu bleiben. So können sie

Lösungen testen und validieren, aber auch an Prototypen und

Batterien der nächsten Generation arbeiten. Darüber hinaus

beauftragen wir unsere Rohstofflieferanten, mit uns in unseren

Labors zu arbeiten und gemeinsam mit unseren Chemiker:in-

nen Lösungen zu entwickeln. Und schließlich gibt es noch

eine dritte Gruppe von Expert:innen, mit denen wir zusammen-

arbeiten: Dienstleister, die zum Beispiel ausrüstungsbezogene

oder technische Services anbieten. Wichtig ist, dass unser

Battery Engineering Center in Düsseldorf nur das erste in einem

Netzwerk von globalen Battery Engineering Centern ist, die wir

derzeit weltweit aufbauen – das verschafft uns einen enormen

Vorteil in dieser global vernetzten Branche.

Welche Rolle spielt die Simulation im Battery Engineering

Center?

Modellierung und Simulation helfen uns dabei, unseren

Innovationsprozess zu beschleunigen und maßgeschneiderte

Lösungen für unsere Kunden in einer noch nie dagewesenen

Geschwindigkeit zu liefern. Indem wir zum Beispiel eine digitale

Zwillingsbatterie eines beliebigen Batteriesystems erstellen,

können wir unsere Materiallösungen virtuell testen und anpas-

sen, bevor wir sie im Haus auf die realen Batterien anwenden.

Diese Lösungen werden dann verschiedenen Stresstests unter-

zogen, um zu überprüfen, ob sie wie erwartet funktionieren.

Mit diesem gestrafften Ansatz sind wir in der Lage, validierte

Lösungen schneller als je zuvor auf den Markt zu bringen und

so unseren Kunden zu helfen, ihre Entwicklungszyklen erheb-

lich zu verkürzen.

Wie bereichert AVL dieses Projekt?

Wir haben AVL als Partner ausgewählt, weil das Unternehmen

als weltweit führender Anbieter von Prüf- und Analyselösun-

gen für die Automobilindustrie, insbesondere im Bereich der

Elektromobilität, einen guten Ruf genießt und unsere Kunden

diesem Unternehmen vertrauen. Die Philosophie dahinter ist

es, das Fachwissen des Weltmarktführers in den Bereichen

Simulation, Modellierung und Prüfung mit der Kompetenz des

weltweit führenden Herstellers von Klebstoffen, Dichtstoffen,

Funktionsbeschichtungen sowie thermischen und elektrischen

Materialien zu kombinieren. Auf diese Weise wollen wir erheb-

liche Synergien freisetzen und einen Mehrwert für unsere Kun-

den schaffen. Zusammen können wir unser gemeinsames Ziel

einer führenden grünen Mobilität verwirklichen und gleichzeitig

unsere Führungspositionen weiter ausbauen.

Wie trägt Henkel Ihrer Meinung nach zu einer nachhaltigeren

Mobilität weltweit bei?

Henkel wird sicher der erste Klebstoffhersteller der Welt sein,

der echte Kohlenstoffneutralität gemäß den neuesten Stan-

dards erreicht. Bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge helfen

wir nicht nur, den globalen Kohlenstoff-Fußabdruck zu redu-

zieren, sondern unterstützen mit unseren Produkten auch den

Kreislaufgedanken bei der Nutzung und Wiederverwendung

von Batterien.

Ein Gedanke zum Schluss: Wie würden Sie persönlich die

perfekte Mobilität der Zukunft beschreiben?

Ich wünsche mir in erster Linie absolute Sicherheit im Straßen-

verkehr – das heißt keine Unfälle. Zweitens stelle ich mir eine

Welt vor, in der die Mobilität einen positiven Beitrag zur globa-

len CO2-Bilanz leistet. Und schließlich sehe ich, dass Fahrzeuge

nahtlos in unser tägliches Leben integriert werden und unsere

Lebensqualität insgesamt erhöhen. Ich hoffe, dass unsere Kin-

der und Kindeskinder in den Genuss einer sichereren und nach-

haltigeren Mobilität kommen, die auch noch Spaß macht.

Seit mehr als 100 Jahren für die Automobilindustrie tätig

Derzeit über 10 000 Applikationen für die Automobilindustrie

Von den 150 Autos, die weltweit pro Minute entstehen, besitzen 140

mindestens eine Henkel-Anwendung

Weltmarktführer bei Klebstoffen, Funktionsbeschichtungen sowie

thermischen und elektronischen Materialien für BEVs

Henkel und die Automobilindustrie

Interview mit

George Kazantzis

SONDERAUSGABE